Gedanken zum Monatsspruch April 2026
- Manuela Schmidt
- vor 2 Tagen
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Liebe Schwestern und liebe Brüder,
jetzt Anfang April feiern wir wieder Ostern. In unseren und den Nachbargemeinden bieten zahlreiche Gottesdienste die Möglichkeit, gemeinsam an Jesu letzte Tage hier auf Erden und all die Ereignisse, die damals auf ihn zu kamen, zu gedenken. Auch vielleicht die Menschen in den Blick zu nehmen, die ihn dabei begleiteten. Ob nun sein letztes irdisches Gebet zu seinem himmlischen Vater im Garten Gethsemane, der Prozess, sein schmerzhafter Weg hoch zum Kreuz, die Kreuzigung und dann seine Auferstehung. Aber eben auch z.B. die beiden Marias, die mit ansehen mussten, wie ihr Sohn und Meister gekreuzigt wurde. Oder die Jünger, die dachten, er sei für immer fort und die dann von seiner Auferstehung erfuhren.
Die Kirchen erwarten dann wieder den einen oder anderen Gottesdienstbesucher, der vielleicht im Laufe des Jahres aus unterschiedlichen Gründen nicht regelmäßig zu den Gottesdiensten kommt. Für Manche ist es auch Gelegenheit, die eigene oder andere Kirchen mal wieder zu besuchen. Sich Zeit für den eigenen Glauben zu nehmen, der im Alltag oft „zu kurz kommt“.
Auf den Altären sehen wir dann den Gekreuzigten. In manchen Kirchen doch sehr realistisch dargestellt, in anderen vielleicht abstrakt. Aber alles eint die Darstellungen: Sie machen uns diesen für ihn letzten Moment auf Erden mehr als deutlich sichtbar.
In ettlichen Gärten oder auch an Brunnen ist es ein liebgewordener Brauch, Sträucher, Bäume oder eben auch Brunnen mit Eiern in unterschiedlichsten Farben und Mustern zu schmücken. Für viele sind es die ersten bunten Tupfer in all dem doch eher noch dominierenden Braun und Grau ringsum.
In den Bäckereien werden dann Hefegebäcke in Form des Osterlamms verkauft, auch diese Art von Gebäck ist ja in manchen Regionen Deutschlands fest mit dem Osterfest verbunden.
Wir merken: Gerade zu Ostern gibt es ganz viele Dinge, die wir mit unserem Glauben verbinden. Eigentlich ja eine schöne Sache. Doch dann kommt unser Monatsspruch, wir finden ihn bei Johannes im 20. Kapitel:
Jesus spricht zu Thomas: Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!
Nichts mit: Symbole, die uns an Ostern erinnern lassen. Nichts mit: schöne althergebrachte Bräuche. Sondern eher: Das was du nicht siehst, ist wahrer Glauben.
Doch schauen wir uns erstmal an, an wen die Wort gerichtet sind: Thomas war beim ersten Mal nicht dabei, als Jesus sich nach seiner Auferstehung seinen Jüngern zeigte. Als sie ihm dann davon berichteten, wollte er es ihnen nicht glauben. Nach allen menschlichen Erfahrungen schien es ihm unmöglich. Thomas hatte bei Jesus schon viele Wunder erlebt. Vermutlich war er dabei, als Jesus den jungen Mann von Nain wieder zum Leben erweckte und auch als er den verstorbenen Lazarus aus dem Grab wieder ins Leben rief. Trotzdem äußerte Thomas sich jetzt in dem Sinn, wie es heute etliche Menschen nach dem Zeitalter der Aufklärung tun: Ich glaube nur, was ich sehen und anfassen kann. Jesus gewährte ihm damals dieses Sehen und Fühlen, was bei Thomas den Glauben bewirkte: „Mein Herr und mein Gott!“ So betete er Jesus an. Aber für ihn und alle späteren, die erst aufgrund von handfesten Erfahrungen glauben wollen, sagte Jesus: „Glücklich können sich die schätzen, die glauben, obwohl sie nicht sehen.“
Ja, es ist wichtig, das wir durch das Kreuz auf dem Altar, die bunten Ostereier, Osterlämmer und vieles mehr immer wieder an Jesus und sein Leben erinnert werden. Doch noch wichtiger ist es, dass wir Vertrauen haben. Darauf, dass es mit Gott, Jesus und dem Heiligen Geist etwas gibt, dass wir zwar nicht sehen können, dass uns aber trägt. Was immer in uns, um uns, neben uns, über uns ist. Uns Kraft und Halt gibt. Auf das wir hoffen können.
Seien wir ehrlich, immer ist es gar nicht so einfach, manchmal auch schier unmöglich, auf etwas zu vertrauen, oder zu hoffen, was wir nicht mit eigenen Augen sehen, mit unseren Händen anfassen oder mit den Ohren hören können. Helfen kann uns dann eventuell das Beginnen mit einer täglichen Routine. Wenn wir uns jeden Abend beim Zubettgehen vornehmen, Gott zu danken für etwas Gutes, das im Laufe des Tages uns geschehen ist. Irgendwann können wir dann auch Menschen, die uns am Herzen liegen vor ihn bringen und für sie beten. Vielleicht bietet gerade der Gang in die Kirche zu Ostern eine Möglichkeit, in Gemeinschaft, wieder Gott und Jesus in unser Herz zu lassen.
Ich wünsche Ihnen und euch von Herzen einen gesegneten April,
eure Manuela Schmidt.






