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Spechtsbrunn °C
  21.09.2017 Ferienhaus Ostsee
... so überschrieb Wolfgang Wiegand einen detaillierten Beitrag über die Geschichte eines Dorfes auf der Alten Heer- und Handelsstraße zwischen Neuenbau und Spechtsbrunn. Er widmete den Beitrag den Zwangsausgesiedelten, die von dort vertrieben und ihres Eigentums beraubt wurden, nur weil eine von den Menschen in beiden deutschen Staaten nicht gewollte Grenze als schier unüberwindbares Bollwerk ausgebaut wurde.


Die Geschichte von Christiansgrün begann um 1712 mit dem Anlegen einer Siedlung unmittelbar an der Landesgrenze zwischen den Coburg-Saalfeldischen und dem Brandenburgisch- Bayerischen Ämtern.
1736 erhielt die Siedlung durch einen landesherrlichen Erlass den Namen Christiansgrün und das Recht im Schild einen Auerhahn zu führen. Der Schulunterricht fand in Tettau statt, alle anderen Amtshandlungen in Spechtsbrunn.

Im Jahre 1790 bestand Christiansgrün aus dem Wirtshaus mit Seitengebäuden und einem kleinen Häuslein. 1870 entstand auf Thüringer Seite, 400 m entfernt, ein weiteres, das Neue Wirtshaus. Später werden diese Gebäude als Auerhahnsgrün bezeichnet.
Bis 1950 gehörte Christiansgrün als Teil der Gemeinde Spechtsbrunn zum Kreis Saalfeld, ab 1952 zum Kreis Neuhaus am Rennweg. Am 02.Mai wurde die Grenze dicht gemacht. Die Familie durfte nicht mehr zu den Freunden und Verwandten nach Tettau. Sie wollten aber auch nicht ihren staatlichen Bauernhof verlassen, in den sie so viel Mühe und Arbeit gesteckt hatten. Aber das Leben in Christiansgrün wurde immer schwerer. Die Repressalien nahmen zu. Grenzsoldaten kontrollierten ständig die Gebäude und das Grundstück. Fallen wurden gestellt, um die Familie unter Druck zu setzen.
Dann im Jahre 1960 war das endgültige Aus für Christiansgrün und seine Bewohner gekommen. Die Familie wurde unter fadenscheinigen Begründungen verhaftet und in das Stasi Gefängnis nach Suhl verbracht. Das Anwesen wurde beschlagnahmt und kurz darauf abgerissen. Die Familie war fortan ständigen Schikanen durch die DDR ausgesetzt.

Nach der Wende kämpfte die Familie lange Jahre um ihre Rehabilitierung und erhielten endlich zwei Mal 4000 DM als Heimatvertriebene. Frau Renger kaufte die ehemals eigenen Grundstücksflächen für 9000 DM vom Staat zurück, um für ihre Nachkommen ein Stück geliebter Heimaterde zu erhalten.

Heute führt eine Kreisstraße vom Sattelpaß nach Tettau durch den ehemaligen Ort Christiansgrün. Eine Schutzhütte und eine Tafel erinnern an ein Stück deutsche Geschichte und der hier vorbei führende Grenzwanderweg des Landkreises Sonneberg möchte den Wanderer die Gelegenheit geben, sich in eine Zeit hinein zu denken, die glücklicherweise bereits zwei Jahrzehnte hinter uns liegt.

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